Mund-Nasen-Masken und Atemschutzmasken sind längst kein Bild mehr aus einem Hollywood-Streifen, sondern mittlerweile fester Bestandteil unseres Alltags bei der Bekämpfung von Covid-19. Das Benutzen von Mund-Nasen-Masken, um andere Mitmenschen nicht anzustecken, ist z.B. in Asien schon lange verbreitet. Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, ob es wirklich die teure FFP II Maske sein muss oder ob für Ihren Betrieb auch eine einfache Mund-Nasen-Maske ausreicht, erklären wir Ihnen hier noch einmal die genauen Vor- und Nachteile der verschiedenen Masken-Typen.

Der Klassiker: medizinischer Mund-Nasen-Schutz / OP-Maske

Mund-Nasen-Schutz OP Maske 3-lagig blau medizinischer Mundschutz


Die bekannteste Variante ist wohl die klassische OP-Maske, bzw. der medizinische Mund-Nasen-Schutz. Dieser ist hauptsächlich dazu gedacht, die Verbreitung von Infektionen durch Tröpfchen zu verringern. Maßgeblich geht es hierbei um den Schutz fremder Personen vor Tröpfcheninfektionen, die durch den Träger beim Sprechen, Niesen oder Husten erfolgen können. Ein gut am Gesicht des Trägers anliegender MNS filtert sowohl die eingeatmete als auch die ausgeatmete Luft und schützt so z.B. auch teilweise vor Bakterien.

Da dieser medizinische Mundschutz jedoch nicht virendicht ist, dient dieser hauptsächlich dem Schutz fremder Personen, denn ein definitiver Eigenschutz vor eingeatmeten Viren konnte bisher nicht belegt werden. Schließlich ist es sehr wahrscheinlich, dass an den Seiten der Maske Viren eindringen. Eine Meta-Analyse von Juni 2020, die in The Lancet (siehe hier) publiziert wurde, kommt dennoch zu dem Ergebnis, dass die Infektionsrate des Trägers eines solchen medizinischen Mundschutzes immerhin um 80% verringert werden kann.

 

Für wen ist der medizinische Mund-Nasen-Schutz geeignet?

  • für Personen, die nicht mit Menschen mit konkretem COVID-19 Verdacht in Kontakt treten
  • für Personen, die mit Menschen mit konkretem COVID-19 Verdacht in Kontakt treten nur dann, wenn der Patient ebenfalls einen medizinischen Mundschutz trägt


Die Alltagsmaske / Behelfs-Maske / wiederverwendbare Mund-Nasen-Maske


Auch die Behelfsmasken bzw. wiederverwendbaren Mund-Nasen-Masken dienen vorrangig dem Entgegenwirken einer Ausbreitung von Tröpfchen, die durch den Träger beim Sprechen, Niesen oder Husten ausgestoßen werden. So sind auch diese Masken nur zum Schutz fremder Personen gedacht. Da diese Behelfsmasken häufig selbst hergestellt werden und keinen Richtlinien oder Regulationen unterliegen, lässt sich hier keine genaue Einschätzung der Filterleistung der ausgeatmeten oder eingeatmeten Luft abgeben. Hier kommt es dennoch ganz klar darauf an, aus wie vielen Lagen und vor allem aus was für einem Stoff diese Masken hergestellt worden sind. Eng gewebte Stoffe oder dicke Vliesstoffe filtern die ausgeatmete Luft in der Regel besser, als feine, dünn gewebte Stoffe. Auf keinen Fall sollte man davon ausgehen, dass Behelfsmasken ohne Zertifizierungen oder bestimmten DIN-Normen virendicht sind. Es handelt sich hierbei nämlich NICHT um Medizinprodukte.

Unsere Mund-Nasen-Maske Ben z.B. besteht aus sehr engem Microfaser-Stoff, der immerhin ca. 91% der Partikel einer Größe von 1-4,7 µm zurückhalten kann. Dennoch ist auch diese Maske nicht virendicht.

Community-Maske Behelfs-Maske waschbar wiederverwendbar 4-lagig

Eine umweltfreundlichere Lösung bieten Behelfsmasken auf alle Fälle, da sie wiederverwendet werden können. Auf jeden Fall müssen diese wiederverwendbaren Masken aber unbedingt nach jedem Tragen bei mindestens 60°C gewaschen werden, um eine einwandfreie Hygiene zu gewährleisten und alle Bakterien und Viren abzutöten. Wenn Sie also Masken für Ihre Mitarbeiter benötigen, für die kein erhöhtes Risiko einer Ansteckung mit COVID-19 besteht, reicht eine Behelfsmaske vollkommen aus. Achten Sie lediglich darauf, dass die Maske sich mindestens bei 60°C waschen lässt.

 

Für wen ist eine Behelfsmaske geeignet?

  • für Personen während der Arbeit in nicht-medizinischen Einrichtungen
  • für Personen, die nicht mit Menschen mit konkretem COVID-19 Verdacht in Kontakt treten
  • für Privat-Personen beim Einkaufen, in Geschäften, bei Arztbesuchen etc.


FFP2-Atemschutzmaske ohne Ausatemventil (KN95)

FFP2 Maske ohne Ventil KN95


Eine der gängigsten Atemschutzmasken ist wohl die FFP2 Maske ohne Ausatemventil. Diese schützt nicht nur das Gegenüber vor Tröpfcheninfektionen, sondern auch den Träger der Atemschutzmaske selbst; aber nur teilweise vor Aerosolen. Die Schutzwirkung beträgt hierbei mindestens 95% und gilt für gesundheitsschädliche Stäube, Nebel und Rauche. Es werden feste und flüssige Partikel gefiltert. Ebenfalls besteht ein Schutz gegen schädliche Stoffe, deren Konzentration bis zum 10-fachen der maximalen Arbeitsplatz-Konzentration reicht. Diese Atemschutzmaske schützt auch vor Viren. Besonders für Personen, die direkten Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen haben (bspw. Visagisten, Ärzte, Gesundheitspersonal) ist so eine Maske sehr sinnvoll. Ebenfalls für Personen, die Risikogruppen angehören, ist eine FFP2/KN95 Atemschutzmaske empfehlenswert. Bei einer Tätigkeit an COVID-19-verdächtigen Patienten sollte diese Maske dennoch nur bei geringem Infektionsrisiko durch Aerosole verwendet werden, da eben nur ein 95 prozentiger Schutz besteht.

 

Für wen ist eine FFP2-Maske ohne Ausatemventil geeignet oder sogar sinnvoll?

  • ür Personen während der Arbeit in nicht-medizinischen Einrichtungen
  • für Personen, die direkten Kontakt zu vielen verschiedenen Menschen haben (z.B. Visagisten, Ärzte, Gesundheitspersonal)
  • insbesondere für Menschen aus Risikogruppen, auch beim Einkaufen, in Geschäften, bei Arztbesuchen etc.
  • bei Tätigkeit an COVID-19-verdächtigen Patienten, allerdings nur bei geringem Infektionsrisiko durch Aerosole


FFP2-Atemschutzmaske mit Ausatemventil


Hier gilt eigentlich fast dasselbe, wie bei der FFP2-Atemschutzmaske ohne Ausatemventil. Ein ganz wichtiger Unterschied stellt jedoch das Ausatemventil dar; dieses sorgt nämlich dafür, dass das Ausatmen für den Träger der Maske deutlich angenehmer gestaltet wird. Da dieses Ventil die ausgeatmete Luft jedoch nicht filtert, ist eine FFP2-Atemschutzmaske lediglich zum Eigenschutz geeignet. Ein Schutz fremder Personen ist somit nicht gegeben. Dadurch ist diese Variante auch nicht empfehlenswert, außer, man arbeitet mit bereits infizierten Personen und möchte lediglich sich selbst schützen. Doch auch hier gilt: bei einer Tätigkeit an COVID-19-verdächtigen Patienten sollte diese Maske nur bei geringem Infektionsrisiko durch Aerosole verwendet werden, da eben nur ein 95 prozentiger Schutz besteht.

FFP2 Maske mit Ventil
 

Für wen ist eine Behelfsmaske geeignet?

  • für Menschen aus Risikogruppen, wenn keine andere Maske vorhanden ist
  • bei Tätigkeit an COVID-19-verdächtigen Patienten nur bei geringem Infektionsrisiko durch Aerosole


FFP3-Atemschutzmaske (mit Ausatemventil)

FFP3 Maske mit Ventil


Bei einer FFP3 Atemschutzmaske mit Ausatemventil gilt ebenso fast dasselbe, wie bei einer FFP2 Atemschutzmaske mit Ausatemventil. Auch hier wird wieder nur der Träger selbst geschützt, nicht jedoch andere Personen. Allerdings ist hier die Schutzwirkung nochmal viel höher: diese liegt nämlich bei 99%. So ist ein Schutz vor giftigen Stoffen sowie vor Tröpfchenaerosolen, krebserzeugenden oder radioaktiven Stoffen bzw. Partikeln, Enzymen, Mikroorganismen (Viren, Bakterien, Pilzen und deren Sporen) gewährleistet. Ebenso schützt eine FFP3 Atemschutzmaske gegen schädliche Stoffe, deren Konzentration bis zum 30-fachen der maximalen Arbeitsplatz-Konzentration reicht.

 

Für wen ist eine FFP3-Maske geeignet oder sogar sinnvoll?

  • für Menschen aus Risikogruppen, wenn keine andere Maske vorhanden ist
  • bei Tätigkeit an COVID-19-verdächtigen Patienten
  • insbesondere für Ärzte & Pflegepersonal


Warum die korrekte Verwendung der Maske, deren richtiger Sitz und die Tragedauer die Filterleistung maßgeblich beeinflussen

Damit die Filterleistung von Masken und insbesondere auch von Atemschutzmasken überhaupt gewährleistet ist, ist eine korrekte Verwendung unablässig. Nur wenn die Maske richtig sitzt und das Gesicht umschließt können auch keine Aerosole mehr an den Rändern eintreten.

Bezüglich der Tragezeitbegrenzung von Atemschutzmasken (FFP2/KN95/FFP3) gibt es in Deutschland folgende Regelungen:

  • 120 Minuten für Masken mit Ausatemventil
  • 75 Minuten für Masken ohne Ausatemventil

Nur innerhalb dieses Zeitraums dürfen Atemschutzmasken mit Filterleistung getragen werden, bis sie verschmutzt oder beschädigt sind oder das Atmen erschweren. Danach sollten sie im Restmüll entsorgt werden oder, falls eindeutig möglich, professionell wiederaufbereitet werden.

Medizinische Mund-Nasen-Masken und auch Behelfsmasken sollten niemals länger als 8 Stunden am Stück getragen werden. Die Masken können sonst durchfeuchten und sich zur perfekten Brutstätte für Mikroorganismen entwickeln. Daher: nach der Verwendung entweder korrekt entsorgen oder direkt in die Wäsche geben (nur bei Behelfsmasken).

Welche Maske oder Atemschutzmaske die Richtige für Sie und Ihr Unternehmen ist, hängt also stark vom Verwendungszweck ab. Auf jeden Fall hoffen wir, dass wir Ihnen hiermit einen ausführlichen Überblick und einen kleinen Wegweiser durch den Masken-Dschungel geben können. Bei Fragen dürfen Sie sich selbstverständlich wie immer bei uns melden.



Ein kleiner Tipp zur korrekten Entsorgung Ihrer Masken

Auch bei der Entsorgung von Einwegmasken und wiederverwendbaren Masken kann man auf einige wichtige Dinge achten. Selbstredend ist eigentlich, dass alle nicht mehr verwendbaren Masken in den Restmüll gehören. Wichtig ist ebenfalls, dass bei der Entsorgung der Masken alle Gummibänder oder Bindebänder abgeschnitten werden. Das geht nicht nur ganz schnell, sondern hilft auch unserer Umwelt: andernfalls können sich Wildtiere in diesen Bändern verfangen, insbesondere Seevögel - hiervon gab es leider Mitte 2020 verstärkt Berichte.

Wir übernehmen für die hier getroffenen Aussagen keine Haftung. Dieser Blogbeitrag dient lediglich als Empfehlung.

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